Menschen, die Missbrauch erfahren, erleben unerbittliche Demütigung, Vernachlässigung, Terror und Unterdrückung. Mit der Zeit verschmelzen diese „Scham“-Erfahrungen zu einer Form von komplexem Trauma, das John Bradshaw als toxische Scham bezeichnet hat. Mit anderen Worten: Die missbrauchte Person entwickelt ein chronisches Gefühl, bis ins Mark irreparabel fehlerhaft zu sein.
Wenn du unter toxischer Scham leidest, führen die dominanten Nervenbahnen in deinem Gehirn zu einer Anhäufung von unterdrückter Scham. Infolgedessen neigst du zu „toxischen Schamangriffen”, bei denen du als Reaktion auf einen geringfügigen Auslöser immense Scham empfindest. Wenn eine aktuelle Situation mit miteinander verbundenen Scham-Erfahrungen aus der Vergangenheit in Resonanz tritt, wird die toxische Scham aktiviert und übernimmt die Kontrolle über dich. Eine solche toxische Scham-„Episode” oder „Flashback” kann Stunden, wenn nicht sogar Tage dauern. Selbst wenn die Episode vorbei ist, kann der „Kater” noch viel länger in deinem System verbleiben.
Zu den Symptomen eines toxischen Schamangriffs gehören: