Wie erkennt man einen Narzissten?

Bevor Sie einen Narzissten erkennen können, müssen Sie ein solides Selbstgefühl entwickeln. Das bedeutet, dass Sie neben Ihren Emotionen, Ihrem Verstand und Ihrem Geist eine bewusste Präsenz aufbauen müssen, durch die Sie ganz Sie selbst sein können. 

Wann immer Sie sich auf Ihr Inneres konzentrieren, sollten Sie das Gefühl haben, dass Sie Ihren Zustand aushalten und managen können. Zugleich sollten Sie das Vertrauen spüren, dass Sie, was immer auch passiert, in der Lage sein werden, ein inneres Gleichgewicht zu erhalten. Gefühle können schwanken, Gedanken können kommen und gehen, Komplexe können auftauchen und wieder verschwinden; das Wichtigste ist, dass Sie einen sicheren Raum für sich gefunden haben, der von äußeren Faktoren unbeeinträchtigt bleibt. Hierfür müssen Sie ein Bewusstsein entwickeln, wie Ihr Zustand durch äußere Einflüsse verändert wird.

Wenn Sie diese Fähigkeit durch Achtsamkeit, Meditation und Therapie ausreichend geübt haben, werden Sie ein gewisses Fundament in Ihrem Inneren haben, mit dem Sie den Zustand abgleichen können, in den Sie der Umgang mit dem Narzissten versetzt.

Sie erkennen einen Menschen als Narzissten, wenn Sie Folgendes spüren:

  1. Ein brennendes Gefühl der Scham. Dieses wird durch gezielte verbale Angriffe des anderen Menschen ausgelöst. Hierbei kann es sich um einen „Witz“ handeln, der Sie zum Ziel hat, eine beiläufige Bemerkung darüber, was Sie angeblich richtig oder falsch gemacht haben, einen Kommentar über eine Ihrer Entscheidungen oder Ihre „Unfähigkeit“, dem Narzissten zu gefallen und gerecht zu werden.
  2. Ein dumpfes Gefühl der Verzweiflung. Dieses beruht auf der bewussten oder unbewussten Erkenntnis, dass man immer wieder in die einseitige, nicht auf Gegenseitigkeit beruhende Realität des Narzissten hineingezogen wird, so sehr man auch versucht, ihr zu entkommen. Sie werden sich psychisch gefangen fühlen und langsam die Kontrolle über Ihr Selbstgefühl verlieren. Indem er das Gespräch kontrolliert, ein Drama nach dem anderen kreiert oder gegen andere austeilt und selbst das Opfer spielt, wird der Narzisst Ihnen Ihren bewussten Fokus entreißen und ihn auf sich gerichtet halten. Wenn Sie von Anfang an ein solides Selbstgefühl haben, werden Sie den dunklen Schatten der Verzweiflung bemerken, sobald dies zu geschehen beginnt.
  3. Die Sinnlosigkeit und Leere der „Realität“ des Narzissten. Mit Ihrem Wahren Selbst in Kontakt zu sein, mag mit allen möglichen unbehaglichen Emotionen einhergehen. Zugleich ist es jedoch eine Quelle der Lebensenergie und Wärme. Eine Identifikation mit der „Realität“ des Narzissten mag für Sie Sicherheit und Struktur bedeuten, aber es führt auch zu innerer Entfremdung und Leere. Je länger Sie sich stattdessen mit Ihrem Wahren Selbst verbinden, desto mehr Sinn hat Ihr Leben und desto geerdeter fühlen Sie sich. Wenn Sie eine längere Zeit mit einem Narzissten verbringen, werden Sie spüren, wie sich all das auflöst. Was übrig bleibt, sind viele Worte und Taten, aber sehr wenig Substanz.
  4. Einen Mangel an festem Boden. Wenn zwei Menschen in einem festen Selbstgefühl geerdet sind, können sie Zeit miteinander verbringen und einfach in der Wärme der gegenseitigen Verbindung „baden“. Es ist, als ob man mit jemandem in einem Spa-Bereich liegt und den Augenblick genießt. In der Welt des Narzissten dreht sich hingegen alles immer nur um Tun und Sagen, nie um Ruhe und „Sein Lassen“ in der Situation. Als Zielperson verliert man sich nur allzu leicht im Nebelschleier, den der Narzisst für einen kreiert. Damit einher geht ein Verlust des Bewusstseins für die Wirklichkeit der Beziehung: Dass man in Wirklichkeit in einer Umgebung ohne Wärme und Zweck einem fiktiven „Zielpunkt“ hinterherjagt, den man nie erreichen wird.

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