Warum und wie entwickelt ein Opfer von Narzissmus eine PTBS? Wie erholt man sich davon?

Ein Opfer (eine Zielperson) von Narzissmus entwickelt eine PTBS aufgrund ihrer Bindung an den Narzissten. Es gibt zwei Arten von PTBS: die Art, die durch ein traumatisches Ereignis wie einen Autounfall oder einen Krieg ausgelöst wird, und die komplexe PTBS, die durch kleinere „Dosen“ über einen längeren Zeitraum hinweg entsteht, oft verursacht durch diejenigen, die uns am nächsten stehen und die wir lieben.

An einen anderen Menschen gebunden zu sein bedeutet, dass unser Sicherheitsgefühl direkt von ihm beeinflusst wird. In einem solchen Zustand sind alle unsere physischen, emotionalen und spirituellen Kanäle gegenüber dieser Person geöffnet. Die Nähe wird zum Problem. Wenn ein Fremder oder jemand, den wir kaum kennen, versucht, uns herabzuwürdigen oder zu verletzen, können wir einfach weggehen. Wir können die Scham, die wir durch diese Person empfunden haben, verarbeiten und den Menschen vergessen. 

Ist derjenige, der uns angreift und verletzt, jedoch jemand, an den wir gebunden sind, haben wir diese Möglichkeit nicht. Bindungen entstehen über einen längeren Zeitraum hinweg. Sie kosten uns Lebenszeit, Energie und emotionale Investition. Sie zu brechen, ist eine zutiefst traumatische Erfahrung, die lange braucht, um zu heilen. 

Darin liegt einer der Gründe, warum Trauer und Verlust so schmerzhaft sind. In einer Beziehung, die uns wichtig ist, erzeugt jede Bedrohung unserer Bindung an die andere Peron ein Trauma. Eifersucht und Panik sind Emotionen, die versuchen, uns davor zu „schützen“, die Bindung zu lösen und so unseren Halt im Leben zu verlieren.

In einer Beziehung mit einem Narzissten entwickelt sich PTBS durch unsere Interaktion mit dem Falschen Selbst des Narzissten. Hinter der aalglatten Maske des Narzissten verbirgt sich ein traumatisiertes, stets alarmbereites und paranoides Kind. Die Maske der Perfektion und Kontrolle aufrechtzuerhalten, ist für alle Beteiligten anstrengend. Risse werden unweigerlich auftreten, und wenn sie offensichtlich werden, wird der Narzisst darauf mit Wut, Scham und Drohungen reagieren. 

Wenn der Narzisst sich besonders bedroht fühlt, wird er den verwundbarsten Bereich seiner Zielperson angreifen: ihre Anhänglichkeit an ihn. Er wird damit drohen, die Beziehung zu beenden oder anfangen, mit anderen zu flirten. All diese Verhaltensweisen wirken sich traumatisch auf die Zielperson aus. Häufen sie sich über Monate oder Jahre, haben sie tiefgreifende Auswirkungen auf das Grund-Vertrauensgefühl der Zielperson. 

Unsere Heilung und Genesung von narzisstisch bedingter PTBS funktioniert auf viele Arten. Ist es uns gelungen, die Bindung zum Narzissten zu zerbrechen ist, so ist es an der Zeit, den verletzten, primitiven Teil unseres Gehirns zu heilen, der für Trauma und Bindung zuständig ist. Zum Heilungsprozess gehören Therapien wie Beratung, Yoga, Massage und Körperarbeit ebenso wie das Finden einer unterstützenden Gemeinschaft. 

Liebe hat eine sehr reale Auswirkung auf unser emotionales Wohlbefinden. Sie ist für die Traumabewältigung absolut notwendig. Denken Sie daran, dass Sie es bei der Traumabewältigung mit einem Teil Ihres Geistes zu tun haben, der unabhängig von Ihrem Bewusstsein fungiert. Es erfordert einen Ansatz „von unten nach oben“, also aus der Tiefe des Unbewussten hinauf in Ihr Bewusstsein. Sie können sich nicht einfach aus Ihrer Situation „herausreden“ oder „herausdenken“. Sie brauchen Raum, Sicherheit, Geduld und Fürsorge, um sich selbst wieder gesund zu pflegen.

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