Ist Narzissmus nicht im Grunde nur Selbstliebe? Narzissten haben einfach mehr Selbstvertrauen als andere. Warum sollte man daraus etwas Schlechtes machen?

Eine gute Möglichkeit, den Unterschied zwischen gesunder Selbstliebe und Narzissmus zu erkennen, besteht darin, zu überlegen, woher ein Mensch sein Selbstvertrauen bezieht.

Der häufigste psychologische Trick, den ein Narzisst anwendet, ist, seine Zielperson zu beschämen, indem er Szenarien entwirft, in denen sie hoffnungslos inkompetent erscheint. Zu den Werkzeugen in seinem Arsenal gehören, die Zielperson zu verspotten, sie mit anderen zu vergleichen, ihre Entscheidungen zu verurteilen, ihre Ansichten in Frage zu stellen, ihr die Erlaubnis zu verweigern, Verantwortung zu übernehmen und sich zu weigern, ihre Leistungen anzuerkennen.

Ein Narzisst versucht auf diese Weise, seine Zielperson in seinem Machtbereich zu behalten. Er verstärkt die beschämende Dynamik durch immer neue Angriffe und Grenzübertretungen. Erst durch den vermeintlichen „Wertunterschied“ und die Abhängigkeit seiner Zielperson erfährt er ein gestärktes Selbstbewusstsein. Man kann also getrost von einer „schlechten Sache“ sprechen.

Richtig ist, dass Durchsetzungsvermögen und Selbstliebe auch aus einer anderen Quelle kommen können, die nicht auf Manipulation anderer basiert: von einem Ort im eigenen Inneren, an dem sie gedeihen, wenn man ein gesundes Maß, aber nicht übermäßig viel Scham empfindet. Mit Freiraum, Akzeptanz und ein wenig Unterstützung kann jeder selbstbewusster werden. Dies ist wiederum eindeutig eine gute Sache.

Wir alle müssen zu einem gewissen Grad unsere eigene Macht behaupten und uns kompetent fühlen. Ich wage sogar zu behaupten, dass wir all ein gewissen „narzisstischen“ Glauben an uns selbst in uns tragen sollten. Er darf nur nicht auf Kosten anderer gehen.

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(GÜLTIG 20-28 MÄRZ)